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Groß Leppin

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Groß Leppin

 

 

Groß Leppin liegt in der südlichen Prignitz an der Karthane, ca. 15 km nördlich von Havelberg. In seiner Anlage ist es ein Haufendorf. Es liegt in einem Winkel der Karthane und am Rande des Hügellandes, das mit dem Mühlenberg endet. Wie ein Eckpfeiler steht dieser Berg an der beginnenden Luchzone, in welcher die Karthane in Richtung Plattenburg durch die Rade – Wiesen davon eilt, um hinter Plattenburg das „große Luch“ und weite Wiesengebiete zu durchfließen, bis sie bei Wittenberge die Elbe erreicht. In den früheren Jahrhunderten bildete dieser kleine Fluss, wegen der Sümpfe und Moräste, eine natürliche Grenze. Groß Leppin wurde erstmalig im Jahre 1248 erwähnt. In einer Urkunde aus dem Jahre 1319, als die Plattenburg vom Markgrafen an den Bischof verkauft wurde, wird Groß Leppin ein zweites Mal erwähnt. Ebenso in einer weiteren aus dem Jahre 1454. Hier wird ein Philipp Pryggenitz mit den anfallenden Einnahmen, also dem Grund – und Hufzins der Bauern, belehnt. Die ersten Ansiedler zogen aus der Altmark in unseren Raum. Um 1300 wurde die Kirche als Wehrkirche erbaut. In der ältesten Matrikel von 1558 wird Groß Leppin als Mutterkirche bezeichnet, mit den Gütern bzw. Vorwerken Plattenburg, Zernikow und Klein Leppin. Das Dorf soll in ganz alten Zeiten an anderer Stelle gestanden haben, und zwar westlich der Karthane in Richtung Storbeckshof, wo eine Flurbezeichnung „Altes Dorf“ in Überlieferung darauf deuten kann. Ein Rittergut gab es nie in Groß Leppin. Es war immer reines Bauerndorf. Im Jahre 1576 zählte man in Groß Leppin 15 Hüfner, 14 Kossäten und eine Mühle. Der 30jährige Krieg (1618 - 1648) ging an keinem Ort ohne Schaden vorüber. Im Jahre 1626 erreichten die ersten Heereslager unseren Raum; zwischen Havelberg und Nitzow bestand ein großes Heerlager, welches von den Regimentern wie Schweden, Dänen, Kaiserliche zu verschiedenen Zeiten belegt war. Sie zogen kreuz und quer durch die Lande, raubten und plünderten. Es mussten Pferd und Reiter ernährt werden, außerdem mussten hohe Abgaben geleistet werden. Zum eigenen Leben blieb kaum etwas übrig. Zwar gab es 1631 einen Schutzbrief des Schwedenkönigs Gustav Adolf für die Plattenburg und allen Zugehörigkeiten, die den Soldaten Plünderungen bei Strafe verboten, doch die Schweden wurden besiegt. Ausgezehrt durch Not und Pein der vielen Jahre hatte die Pest 1636 und 1638 unter der Bevölkerung sehr viele Opfer gefordert. Auf Befehl des Kurfürsten wurde im Jahre 1652 eine Volkszählung durchgeführt. In der Prignitz hatte der Landreiter Samuel Rose diese Aufgabe. Für Groß Leppin wurden 6 Personen gezählt, 4 Hüfner und 2 Kossäten, ein Pastor fehlt. Es wurden nur die männlichen Personen gezählt, und auf dem platten Lande nur Hüfner und Kossäten, nur die Steuerzahler waren wichtig. Um 1700 wurde die Kirche umgebaut. Die Halle und der Giebel wurden um ca. 50 cm erhöht und gleichzeitig an den Längsseiten die größeren Stichbogenfenster eingebrochen. Am Giebel blieben die kleinen Spitzbogenfenster erhalten. 1804 wurde die erste Feuerspritze angeschafft. Im Jahre 1855 wurde mit dem Bau der Bockwindmühle auf dem Mühlenberg als freies Gewerbe begonnen. 1856 wurde ein neuer Friedhof links vom Weg zur Mühle angefangen. Der Platz im Dorf reichte wegen der ständig wachsenden Einwohnerzahl nicht mehr aus. 1866 wurde ein neues zweigeschossiges massives Schulhaus erbaut. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 4628 Taler, die je zur Hälfte von der Gemeinde und der Kirche getragen wurden. Um diese Zeit sind ca. 150 schulpflichtige Kinder, die in einer zweiklassigen Schule und zwei Lehrern beschult werden. Diese kamen aus Zernikow, Klein Leppin, Plattenburg, Groß Leppin und gastweise aus Storbeckshof. Am 10. August 1886 erlebte Groß Leppin eine Brandkatastrophe, bei der fast das halbe Dorf ein Opfer der Flammen wurde. Der Brand ging von einem eingebauten Backofen des mit Stroh gedeckten Hauses des Tischlers Meier aus, der das Predigerwitwenhaus 1835/36 gekauft hatte. Beinahe wäre das neue, erst 1866 massiv und mit Ziegeldach erbaute, Schulhaus dabei abgebrannt. Das Feuer erfasste, durch Wind getrieben, die nordwestliche Seite des Dorfes. Die meisten Bewohner waren zu der Zeit zum Markt nach Wilsnack. Im Jahre 1869 waren die Gebäude wieder aufgebaut, aber jetzt massiv und mit Ziegeldach. Andere Höfe, die nicht betroffen waren, bauten nach und nach ihre Höfe auch modern um und allmählich verschwanden die Strohdächer aus dem Dorf. Im Jahre 1876 wurde ein Ausbau und eine Verschönerung der Kirche vorgenommen. Sämtliche Sitzplätze wurden erneuert. Jeder hatte seine bestimmten Plätze in der Kirche, für die er „Stuhlgeld" bezahlen musste. Der Fußboden wurde auch erneuert, Malerarbeiten folgten diesen Ausbesserungen. Die Kirche ist eine typische Prignitzer Wehrkirche. Sie bot Schutz und Unterschlupf in wirren Zeiten. Über ihr Alter lässt sich nichts Genaues sagen. Der erste steinerne Dom in Havelberg wurde 1170 eingeweiht. Erst danach begann die Christianisierung der umliegenden Dörfer durch die Mönche und ihnen Gotteshäuser zu erbauen. Also frühestens von 1250 an. Die Grabdenkmäler an der Westseite des Kirchturms lagen früher vor dem Altar. 1876 sind sie bei dem Erneuern des Kircheninneren an ihren jetzigen Platz gestellt worden. Der zur linken zeigt Jakob von Saldern, geb. 1571, gest. 1602. Der zur Rechten seine Schwägerin Anna von Saldern, geb. von Klitzing. 1914 wurde ein zweiter Friedhof rechts am Weg zur Mühle begonnen, der dem anderen Friedhof gegenüberliegt und auf dem heute immer noch bestattet wird. Zu Kriegszwecken mussten 1917 die große und die mittlere Glocke aus Bronze zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Selbst die Orgelpfeifen aus Zinn mussten abgeliefert werden. 1919 wurde eine neue Orgel für 6700 Mark von der Firma Grünberg/Stettin eingebaut. 1921 wurde das Ehrenmal der Gefallenen des 1. Weltkrieges auf dem alten Friedhof aufgebaut. 1922 erhält das Dorf, wie alle anderen in der Umgebung, den lang ersehnten Stromanschluss. 1990/91 wurde das Kirchturmdach erneuert. Im Turmkopf fand man Nachrichten aus längst vergangenen Zeiten von 1804 und 1829.

 

 
 
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