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Kletzke

Kirche in Kletzke

Kletzke

 

INFO-Flyer

 

Kletzke wurde unter dem Namen „Klesick“ 1307 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsstruktur wird von einem Sackgassendorf mit Gutssiedlung bestimmt. Der Ort lag im Besitz derer von Quitzow zu Kletzke und wurde als Rittersitz genutzt. Reste einer ehemaligen Wasserburg derer von Quitzow, auf einem von Wassergräben umgebenen Hügelgelände mit beträchtlichen Überresten starkwandiger Feldsteinmauern sind noch vorhanden. Die Burg blieb bis ins 17. Jahrhundert bewohnt, sie wird 1598 noch als „auß dem Grunde gemeurett, mitt einen gewelbtten Keller, eine Stube und Kammer mit der obersten Schalfkammer“ beschrieben. Kletzke liegt an der Wilsnacker Chaussee, wo dieselbe in die Berlin–Hamburger Chaussee mündet. Eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen (Anfang d. 13. Jahrhunderts) der Region, findet man in der Mitte des Dorfes. Sehenswert ist die Westfront. Sie zeigt drei gleiche ausgebildete Portale in Renaissanceformen. Rechts und links vom mittleren Portale, das in das Schiff der Kirche führt, stehen zwei Quitzowsche Grabsteine, die sich in der Ausführung auszeichnen. Um die Jahre vor 1620 wurde die Kletzker Kirche grundlegend umgestaltet, um das Grabmahl für den 1616 verstorbenen Phillipp von Quitzow aufnehmen zu können. An besondere große Ereignisse der Geschichte erinnern uns in Kletzke verschiedene Ehrenmale. Unweit der Kirche steht die am 26.02.1871 gepflanzte Friedenseiche und das Kriegerdenkmal für die 1864/66/77/71 gefallenen Söhne des Dorfes. Am Nordende des Dorfes steht auf dem Brink die Wilhelmseiche, gepflanzt am 22.03.1897. Am 3. Juni 1923 wurde auf dem Friedhof am Wege nach Viesecke das Kriegerdenkmal für die im Weltkrieg gefallenen Helden enthüllt. Es ist ein auf einem Granitsockel stehender hoher Stein mit den Namen der 27 Gefallenen. Zu beiden Seiten führen langsam abfallende Steinrampen zu 2 abschließenden Findlingen.Einer der wertvollsten Schätze unserer Kirche sind 6 Bände von Luthers Werken von 1556 und den folgenden Jahren. Die Bücher sind Geschenke der Familie von Quitzow. Unter dem Altar befindet sich die Quitzowsche Gruft. Als im Jahre 1902 eine gründliche Erneuerung der Kirche vorgenommen wurde, wurde diese Gruft geöffnet. Es fanden sich 6 oder 7 Särge. Der eine, des Achaz (gestorben 1605) wurde geöffnet, man fand den Entschlafenden noch wohl erhalten. Er trug an einer Kette um den Hals einen wertvollen Ring. In den Händen trug der Tote einen zierlichen Degen, der jetzt in einem Glasschrank hinter dem Altar hängt. Der Eingang der Gruft wurde mehrmals vermauert, nachdem sie mit Sand ausgefüllt war. Sehenswert ist auch die Altarbibel, sie wiegt 22 Pfund. Auch der Taufstein ist der Beachtung wert. Er ist eine Renaissancearbeit, aus Sandstein gearbeitet und 1,12 Meter hoch. Drei Löwen tragen das halbkugelförmige Gefäß, dessen Fläche mit vier figürlichen Darstellungen geziert ist: Isaaks Opferung, Jesu Geburt, seine Taufe und die Auferstehung. Die am Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführten Instandsetzungen der Kirche sind in der Innengestaltung in Gestühl, Farbe und Fliesenboden bis heute im wesentlichen erhalten geblieben und bietet den inzwischen schon selten gewordenen Anblick einer Dorfkirche der letzten Jahrhunderte.